Freitag, 15. April 2011
Das Wandern ist der Willers Lust... und Flois auch
Ein freundliches Hallo an euch Krawallglatzen ;)
Es ist mal wieder Zeit für Flois & Kirchis kleine Erzählstunde. Also lehnt euch zurück, macht euch ein Bierchen auf & lasst euch von den exorbitanten Ereignissen vom anderen Ende der Welt berichten. Seit dem letzten Eintrag haben wir wieder viel erlebt und gesehen. Das letzte Mal hatten wir uns ja von Dunedin (Ostküste) aus gemeldet, von wo aus wir uns dann über den Athur's Pass in Richtung Westküste auf gemacht haben. Es gibt nämlich nur 3 Inland-Routen, die die Ost- & Westküste verbinden und durch das riesen Gebirgsgebiet auf der Südinsel führen. Erster Zwischenstopp war der Peel Forest, in dem digge Bäume zusehen waren. Wir glauben, die heißen Totara. Das sind ganz schöne Krawanzmänner, fast genauso groß & dick wie die Kauri-Trees auf der Nordinsel. 1000 Jahre sind die Burschen schon alt, hier eine Momentaufnahme :)



Super Sonne am nächsten Tag und wir auf zum Pass. Zweiter Zwischenstopp: Felsen. Irgendwas und irgendwo, wo auch Szenen von Herr der Ringe gedreht wurden. Sah schon klasse aus da:





Haben abends in dem Ort Arthur's Pass auf dem dämlichsten Champingplatz überhaupt (zum Glück mussten wir nix zahlen) eine harte Nacht nur mit Anstrengung überstanden. Auf der einen Seite Bahnschienen, über die die ganze Nacht mind 1x Std Güterzüge bretterten, auf der anderen ne Hauptstraße, über die dicke Lkw's geheizt sind. Dazu am Abend noch Massen an Sandflies, die die grad wieder verheilten Stiche aufgefrischt haben. Und am Morgen? Ja da hat uns sanft ein Helicopter geweckt, der über unseren Köpfen hin- und her flog, um neue Stromleitungen zu legen.Wahrscheinlich war es die Müdigkeit oder die Höhenluft, die uns dann am nächsten Tag dazu gebracht haben, trotz Höhenangst und gelegentlicher Knieschmerzen ne Klettertour von 3 Stunden auf einen der Berge zu starten, anstatt einen entspannten "Valley-Walk" zu den Wasserfällen zu machen. Weg war wieder scheiße, aber die Aussicht wie immer hammer:





Nach diesem kleinem Morgenspaziergang gings dann "erfrischt" und hochmotiviert endlich zu dem Straßenabschnitt, der durch ein schmales Tal umgeben von Felswänden führte, der so genannte Arthurs Pass. Zum Glück mussten wir die Strecke nicht vor 12 Jahren fahren. Da hätten wir nur mit Glück heil durchkommen können, weil wohl immer mal wieder Gerölllawinen auf die Straße rollten. Deshalb wurde die Strecke Death Corner genannt. Vor ein paar Jahren wurde eine neue Strecke gebaut, die einen sicher durch die Felswände buxiert:







Nach der letzten Horrornacht brauchten wir unseren Schönheitsschlaf ;). Den fanden wir an einem niedlichen kleinen Campingplatz einer alten Frau dirket an der Westcoast. Dinner direkt am Strand bei Sonnenuntergang inklusive...



Genau die richtige Erholung, denn wir hatten Großes vor an den folgenden Tagen. Entlang der Westcoast ging es nämlich zum Fox-Gletscher, den es zu erklimmen galt. Und das war wirklich der absolute Hammer, Wahnsinn und einfach nur mega Sahne. Fast 7 Stunden im Eis, fette Sonne und ein netten, aber etwas durchgeknallten Guide, dem das ganze soviel Spaß gemacht hat, dass er länger als sonst mit uns unterwegs war und uns weiter als jede andere Gruppe auf den Geltscher geführt hat.
Hier ein paar Eindrücke:

















Bevor es am nächsten Tag dann wieder zurück Richtung Norden ging, haben wir noch den Lake Matheson oder so ähnlich angeguckt. Ein See mit irren Reflecktionen:



Für die Westcoast war, wie so oft, mal wieder Regenwetter angesagt, weswegen wir wieder zurück zur Eastcoast tingelten. Diesmal ging es über den Lewis Pass. Huiuiui, was hat es auf der Fahrt dorthin geschüttet. Dadurch entstanden aber unendlich viele Wasserfälle, die die Hänge an der Straßenseite herunterkamen und die Straße teilweise überfluteten. abgefahrene Geschichte :). Außerdem hat es in den höreren Lagen geschneit, sodass wir bei der Fahrt über den Lewis-Pass an schneebedeckten Bergen vorbeifuhren. Arschkalt war das da oben!
Aber wieder ganz anders als alles was man vorher schon gesehen hatte.





In der letzten Woche waren wir in den Malbourough Sounds unterwegs. Man ist zwar schon mal kurz hier gewesen, hatte aber fast vergessen, wie stark die aussehen!



Wir haben uns dann dazu entschieden, den Queen Charlotte Track zu laufen. Dieser Track ist 71! km lang und geht durch einen Teil der Sounds. Irgendwie müssen wir wieder übermüdet gewesen sein. Auf jeden Fall haben wir wahnsinnigen uns dazu breitschlagen lassen, die 71! km in 3! Tagen zu laufen.warum auch nicht... wandern war ja schon immer eines unserer größten Hobbies. Aber das war selbst für uns Sportskanonen zu viel. Nach dem ersten Tag (26,5! km in 7! Stunden) waren wir so fertig, dass wir kaum noch laufen konnten. Da wir Molly ja schlecht mitnehmen konnten, hatten wir uns eine Campingausrüstung gemietet. Diese bestand aus einem Zelt, das nicht zu verschließen ging, Isomatten, die nur Millimeter dick waren und anscheinen selbst zurecht geschnitten wurden, Campinggeschirr plus Topf. Wobei der „Topf“ gerade mal 5 cm hoch war und man nichts darin kochen konnte. Zum Glück war in der Nähe ne Lodge, wo man was zu futtern und lecker Bierchen kriegen konnte. Als wir dann eher weniger nüchtern zurück kamen, mussten wir nur noch ein Opossum, das sich in unserem Zelt versteckt und unser Brot angeknabbert hatte, aus dem Zelt jagen, bevor wir endlich in unsere „flauschigen“ Betten fallen konnten. Autsch !!
naja... neuer Tag neues Glück. Auf weitere 8 Stunden Wandern. Immerhin lagen wieder 24 km vor uns. Das gab uns den Rest. Wir können uns nicht erinnern, wann wir das letzte mal so fertig waren und solche schmerzen im ganzen Körper hatten. Eigentlich wartete ja wieder eine gemütliche Zeltnacht auf uns, wir waren aber so komplett hinüber, dass wir uns in eine völlig überteuerte Lodge eingemietet haben, nur um den Whirlpool gratis nutzen zu können :). Das war nach über 2 Monaten die erste Nacht in einem richtigen Bett. Herrlich !!! Ohne diese Luxusnacht hätten wir den Track wohl abbrechen müssen. So gings dann am Tag 3 auf die letzten 20 km. Sahnewetter und Bombenaussichten... da hätten wir uns geärgert,wenn wir morgens schon zurückgefahren wären.



























Die letzten Tage waren wir dann in Nelson und Motueka und haben die Golden Bay „erkundet“,







wir sind nochmal 7 Stunden durch den Abel Tasman gelatscht und sitzen momentan in Picton, von wo aus es gleich ab auf die Fähre zur Nordinsel geht. NIE WIEDER SANDFLIES !!!
Ein komisches Gefühl. Nach 2 Monaten auf der Südinsel naht nun tatsächlich schon der erste Abschied.
Haben gehört, bei Euch scheint auch schon mächtig die Sonne. Genießt den Frühlingsanfang und das Grillen (was wir hier schmerzlich vermissen). Weitere spannende Berichte folgen dann von der Nordinsel.

Hugs and Cheers

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